Aus Bioabfall wird Biokompost
Teil 2: Die technische Kompostierung - ein Komposthaufen mit TurboantriebWer zu Hause einen Komposthaufen hat, weiß: Kompostieren dauert seine Zeit. Im Kompostwerk verläuft die Rotte drei- bis viermal so schnell. Für diesen Turbo-Effekt sorgt der Computer: Er bläst Luft in den Rottehaufen und steuert die Temperatur. Die Mikroorganismen bedanken sich durch schnelle Arbeit.
Grundlage jedes Biokompostes ist das Material: Reste aus Küche und Garten. Diese werden gesammelt und ins Biokompostwerk gebracht, um dort zu Biokompost aufbereitet zu werden. Der Bioabfall wird in der Anlage auf einem Förderband als erstes kontrolliert. Denn: je besser das Material, desto besser das Ergebnis. Störstoffe müssen aussortiert werden. Dann wird der Bioabfall maschinell zerkleinert. Das Material wird mit Grüngut gemischt und am Ende des Bandes in die Intensivrotte gefördert.
Dort erfolgt die eigentliche Rotte. Sie läuft im Prinzip genauso ab wie im heimischen Komposthaufen - nur eben viel schneller. Rotte braucht viel Sauerstoff. Dafür sorgt die Technik. Sie bläst Luft in die Rottehaufen, die die Fachleute auch Mieten nennen. Als erstes setzen Bodenorganismen die leicht abbaubaren Stoffe wie Eiweiß und Zucker um. Bei diesen Lebensprozessen entsteht viel Wärme. Ab 40 Grad beginnen wärmeliebende Pilze und Bakterien mit der Verarbeitung von Zellulose und Fetten. Die Temperaturen steigen innerhalb der Rottemieten bis auf runde 70 Grad an. Charakteristisch ist der angenehme Walderde-Geruch des Materials, der bei diesem Prozess entsteht.
Durch die hohen Temperaturen, die in der Intensivrotte erreicht werden, ist sichergestellt, dass das Kompostmaterial hygienisch einwandfrei ist. Die hohen Temperaturen töten etwaige Krankheitskeime ab, so dass auch kranke Pflanzen keine Gefahr darstellen, wenn sie im Kompost landen. Ebenso werden alle Samen abgetötet. Der Biokompost kann damit uneingeschränkt im Garten verwendet werden.
Fertiger Biokompost ist qualitativ so gut, dass er auch problemlos als Geruchsfilter für die Kompostierung dienen kann. Seine Wirksamkeit als Bodenverbesserer entspricht der des Komposts aus dem eigenen Garten. Abwasserprobleme gibt es keine, da das entstehende Abwasser erfasst und sachgerecht behandelt wird.
Für die Qualität des Komposts garantieren die Kompostwerke mit dem "Gütezeichen Kompost". Nur Material, das alle Qualitätsansprüche erfüllt, wird an die Bürgerinnen und Bürger abgegeben. Regelmäßige, von unabhängigen und neutralen Instituten durchgeführte Kontrollen des Biokomposts sorgen für die notwendige Sicherheit.
Im Überblick: das Ablaufschema unseres Kompostwerkes Backnang-Neuschöntal
Thema des nächsten Teils dieser Serie: Wie der Biokompost auf Boden und Pflanzen wirkt.



