AWG-Geschäftsbericht 2009: Müllmengen konstant, Wertstoffmengen weiter angestiegen
Landrat Johannes Fuchs: "In schwierigem wirtschaftlichen Umfeld hat die AWG auch im Jahr 2009 solide und erfolgreich gewirtschaftet. Die weltweiten Markteinbrüche sind auch bei uns nicht ohne Spuren geblieben, weshalb bei den Wertstofferlösen die Planansätze um rund 650.000 EUR unterschritten wurden."
Der Jahresabschluss 2009 der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rems-Murr-Kreises (AWG) wurde am 30. Juni 2010 vom Aufsichtsrat einstimmig bestätigt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz Mönning Bachem GmbH & Co. KG hat den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt und erklärt, dass ihre Prüfung zu keinerlei Einwendungen geführt hat.
Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für das Jahr 2009 Umsatzerlöse und sonstige Erträge von 17,4 Mio. EUR aus. Die gebührenrelevante Zuweisungsrate des Rems-Murr-Kreises an die AWG fiel gegenüber dem Planansatz um gut 0,9 Mio. EUR höher aus. Hauptgrund dafür war der Preiseinbruch beim Altpapier und Altmetall im ersten Halbjahr 2009. Ferner stieg der Aufwand für die Müllabfuhr, vor allem durch Entgelterhöhungen wegen gestiegener Kraftstoffpreise.
Die von der AWG selbst erwirtschafteten Erlöse und Erträge, insbesondere aus den Geschäftsbereichen Erdaushub und Bauschutt, Wertstofferlöse und Deponiegas beliefen sich auf rund fünf Mio. EUR oder 28,8 Prozent der gesamten Umsatzerlöse. Dieses Ergebnis liegt geringfügig unter dem Vorjahreswert. Die Verbindlichkeiten der AWG gingen um rund 267.000 EUR zurück.
Im Geschäftsjahr 2009 verblieb die Gesamtmüllmenge ohne Erdaushub mit 65.202 Tonnen praktisch genau auf Vorjahresniveau. Beim Wertstoffaufkommen war dagegen ein Zuwachs von nahezu vier Prozent zu verzeichnen. Mengenmäßig größte Fraktion sind dabei die Bioabfälle mit rund 34.500 Tonnen, was um knapp zwei Prozent über dem Vorjahresergebnis liegt. Auch das Altpapieraufkommen von nahezu 32.200 Tonnen erhöhte sich um 2,3 Prozent. Beim Sperrmüll konnte der getrennt erfasste und verwertete Altholzanteil nochmals gesteigert werden und macht jetzt mit 6.405 Tonnen rund 51 Prozent der gesamten Sperrmüllsammelmenge aus.
Arbeitsschwerpunkt der Geschäftsführung im vergangenen Jahr war der weitere Ausbau der Altpapiersammlung mit Blauen Tonnen. Immer mehr Bürger und Gewerbetreibende nutzen dieses freiwillige Angebot, sodass zum Jahresende 2009 rund 62.000 Blaue Tonnen und 2.700 Blaue Container zur Erfassung des Altpapiers im Einsatz waren. Trotz des Preiseinbruchs am Altpapiermarkt konnte die AWG in diesem Geschäftsfeld noch einen Überschuss von rund 197.000 EUR erwirtschaften. Hoffnungsvoll stimmte die zum Jahresende 2009 einsetzende Preiserholung, die sich im Frühjahr 2010 weiter fortsetzte. "Bei den Wertstofferlösen sind wir mittlerweile globalen Marktkräften ausgesetzt", verdeutlichte AWG-Geschäftsführer Gerald Balthasar die möglichen Risiken. "Aufgrund der günstigen Preiskonditionen, die wir vertraglich abgesichert haben, schreiben wir dennoch schwarze Zahlen."
Im Sommer 2009 begannen die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt der Oberflächenabdichtung auf der Deponie Kaisersbach "Lichte" mit geschätzten Baukosten von zwei Mio. EUR. Voraussichtlich im Herbst 2010 wird dann die Oberflächenabdichtung auf der gesamten Deponiefläche von ca. 5,6 Hektar fertiggestellt sein.
Die Planungen für den Umbau der Bioabfall-Kompostanlage Backnang-Neuschöntal in eine umweltschonende Vergärungsanlage wurden intensiv weitergeführt und Ende 2009 der Genehmigungsantrag beim Regierungspräsidium eingereicht.
In seinem Ausblick auf das laufende Jahr 2010 stellte Geschäftsführer Balthasar besonders die weiteren Verfahrensschritte zum Neubau der Bioabfall-Vergärungsanlage in Neuschöntal heraus. Nach erfolgter Genehmigung im März 2010 konnte mit den Bauarbeiten im Mai 2010 begonnen werden, womit das Vorhaben gut im Zeitplan liegt. "Diese lokale Maßnahme zur Nutzung des regenerativen Energieträgers Biogas wird nach Fertigstellung im zweiten Halbjahr 2011 einen wesentlichen Beitrag leisten zu den Klimaschutzzielen des Landkreises", so Landrat Johannes Fuchs.
Abschließend dankte Landrat Fuchs den Geschäftsführern und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWG für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit.



